Freitag, 10. Juli 2009

Sprachschule und 1. Ausflug







Hier ein Bild der Schule





So nun ein Bericht aus der Sprachschule. Also die Schule ist wirklich sehr gut und ich habe inzwischen viel gelernt. Zunächst waren wir am Montag in einer sehr gemischten Gruppe von 5 Personen, was für deren Verhältnisse schon viel ist. Es stellte sich heraus, dass die Gruppe doch sehr heterogen war und alle sehr unterschiedliche Vorkenntnisse, Erwartungen und Lerntempi hatten. Eine von uns ist direkt am nächsten Tag in den Einzelunterricht gewechselt. Da waren wir noch 4. Ich habe dann am Mittwoch in den Einzelunterricht gewechselt und eine hat Konversationsstunden genommen. So sind wir also in der ersten Woche alle fröhlich umhergewechselt. Zur Zeit sind ueberhaupt nur 8 Spanischlerner in der Schule. Abends sind die Deutschklassen für die Peruaner und zwischendurch lernen ein paar Leute Quechua. Seit ich im Einzelunterricht bin, werde ich richtig gefordert. Wir fangen um 9:10 an und gehen um 1 Uhr nach Hause. Zwischendurch gibt es eine Pause mit Tee und Kuchen für alle. Wir verstehen uns alle richtig gut und gehen auch abends schon mal zusammen aus. Ich bin jedenfalls Mittags ziemlich platt und habe dann abends noch einige Hausaufgaben zu machen. Bin total begeistert, denn ich habe heute schon das 2. Lernbuch angefangen und bisher läuft es wirklich gut.

Jeder von uns hat im Tandemsystem einen Peruaner der Deutsch lernt zugewiesen bekommen und mit denen treffen wir uns zwischendurch in der Woche um abwechselnd Deutsch und Spanisch zu sprechen. Sie sollen uns auch herumführen und mit zu Märkten nehmen und halt so den landeskundlichen Teil übernehmen. Ich habe totales Glück gehabt, denn mein Tandem Alicia ist Touristenführerin und hat mich am Dienstag schon nach San Blas in ein Künstlerviertel geschleppt und hat mir ein kleines Museum des Künstlers Mendívil gezeigt, der ein Bild auf der Hauswand hat welches ich euch morgen vielleicht abfotographiere. Danach sind wir zu einem Aussichtplatz geklettert wo sie mir die Geschichte Cuscos und Fujimoris erzählt hat bevor es weiter ging zu einem kleinen Aquädukt und dem berühmten 12-eckigen Stein in der Inkamauer.
Als ich dann allerdings 1000 Fragen zur Funktion der Schwebebahn beantworten sollte hab ich ziemlich gerungen mit dem Spanischen. Als ich ihr dann noch erklären musste, dass mein Hund aus Fuerteventura kommt hatte ich schon Sorge sie würde mich einweisen. Mein Tandem ist jedenfalls sehr nett und weiss alles mögliche über die Geschichte der Gegend.

Gestern haben wir in der Schule gezeigt gekriegt wie man Papas a la Huancaina kocht. (Oli, du kannst dich schon mal freuen. mmmmh!!! :-) ) Heute waren wir auf einem Ausflug in den archeologischen Park von Tipon. Juhuuu Trümmer gucken!!! Hier sollen schon vorfahren der Inkas die Stätte errichtet haben bevor sie dann später von den Inkas bewohnt wurde. Es gab dort diverse Wasserleitungen zu sehen, Reste von Lagerungsstätten von Lebensmitteln und die typischen Terassen.







Eigentlich sollten wir nach dem Ausflug auch noch Cui serviert kriegen, das fiel aber glücklicherweise aus. Stattdessen haben wir zunächst ein paar Cocablätter geknabbert, die übrigens grosse Menden an Calcium und Kohlenhydraten enthalten sollen, und danach eine leckere Forelle.


Gerade war ich an einem Bücherstand, wo ich mich mit einem Mann über ein Quechua-Lernbuch unterhalten habe und der hat mir dann gleich eine Einführung in Phonetik und Phonologie gegeben, denn er spricht es selbst und hat es schon Leuten beigebracht. Wir haben uns dann noch über Gott und die Welt unterhalten und er erzählte dass seine Mutter aus Abancay kommt. Desweiteren hatte er einen guten Tip. Schräg gegenüber von seinem Laden ist ein Büro wo man gegen eine kleine Gebühr jeden im Bezirk finden kann. Es gibt dort Datenbanken wo man auch Ahnenreihen erkunden kann. Er hat mir seine Handynummer gegeben und geht am Montag mit mir dahin um dort den Namen meiner Mutter anzugeben und Verwandte zu suchen. Das wär ja witzig wenn es so einfach ginge. Er erzählte auch von einem Adoptierten aus Holland der über Radio Lima seine Verwandten gesucht hat.
Bin gespannt.

Nachdem ich nun endlich einen Studentenausweis habe, werde ich morgen einen Ausflug zu weiteren Trümmern machen.
Bilder folgen
LG
Isa

Sonntag, 5. Juli 2009

Erste Eindruecke






Hier unser Haus










Also wie ich ja schon angedeutet habe bin ich richtig gut untergekommen. Sara bei der ich wohne ist wirklich super nett und wir kriegen hier 3 mal am Tag was leckeres gekocht.

Mit mir wohnen noch Sarah 2, die aus Solingen kommt ;-) und ihr Freund Rene, sowie bis heute Sarah3 , die in Koeln studiert, und ihr Freund Gerald. Alle sind schon einige Monate auf Reisen und sprechen fliessend Spanisch. Wir essen immer zusammen zu Abend und da ist es dann schon anstrengend und lustig wenn wir alle in frisch und weniger frisch erlerntem Spanisch durcheinander reden. Sara korrigiert so das groebste und erklaert auch immer sehr viel.

Gestern bin ich also mit Sara2 und Rene in die Stadt gegangen und waehrend die Strassenhaendler die beiden staendig angequatscht haben sind sie bei mir immer abgedreht. Zumindest vom aeusseren falle ich wohl gar nicht auf.



Hier ein Bild speziell fuer Mirca welches ich auf dem Stadtrundgang gemacht habe. Die Bibliothek :-)

Spaeter war ich dann noch alleine auf einem der Maerkte und das war sehr lustig. Die Leute hier haben echt die besten Ideen aus allem Geld zu machen. Ein Typ in einem blauen Kleid hat Comedymaessig taenze veranstaltet und stories erzaehlt. Ich habe zwar nicht alles verstanden aber es war sehr lustig. Daneben kann man auf dem Markt alles kaufen von nem halben Haehnchen welches man so auf die Hand kriegt ueber Schuhe, Moebel und Pflanzen, Popcorn und Shampoo...

Heute war ich in der Cathedrale von Cusco zur Messe. Das war schon ganz feierlich. Die Messdiener sitzen auf Stuehlen, die aussehen wie kleine Throne mit dem Gesicht zur Gemeinde. Sehr stylisch ne Martin ;-)
Auf einer Seite der Kirche ist ein schwarzer Jesus mit Goldkrone am Kreuz, und waehrend sich die Leute zum beten davor knieten kam ein grosser Hund in die Kirche und ging genau vor den Jesus und setzte sich in die Reihe der betenden. :-) Die Stadt ist voller streunender Hunde die tatsaechlich nach links und rechts gucken wenn sie ueber die Strasse gehen.
Das muessen sie allerdings auch, denn das Wort Verkehr bekommt hier eine ganz neue bedeutung. Man muss dauernd aufpassen, dass man nicht ueberfahren wird und in der Innenstadt wo keine Buergersteige sind muss man sich an die Hauserwaende druecken damit man nicht ueberfahren wird. Die Stadt ist wunderschoen aber die Luft ist die Hoelle. Es gibt offenbar keinen TUV und so riecht es in der ganzen Stadt als wenn man direkt hinter einem LKW hergeht.
Der Plaza de Armas, von dem ich hoffentlich noch Bilder einfuegen kann, ist total schoen. Heute nach der Messe war dort eine Parade, wie wohl jeden Sonntag. Es ist eine Buehne aufgebaut wo wichtige Leute in Uniform wichtige Dinge in ein Micro schreien und gleichzeitig zieht das Militaer vorbei und Schulklassen in Uniformen und andere Gruppen mit Flaggen. Dann wird die Peruanische Flagge gehisst und die Hymne gespielt und dann schreien alle Viva Peru! Danach noch eine kurze Rede ein paar Schuesse und alle gehen wieder auseinander. Sehr ungewohnt aber nicht unlustig. Lustig war auch eine Millitaergruppe die offenbar etwas zu spaet war. Die sind wie die verrueckten mit ihren umgehaengten Gewehren den Berg rauf gerannt um sich noch rechtzeitig in die Parade einzureihen. Der Anfuehrer hatte alle Muehe die hechelnden noch wurdevoll aufzureihen. Zeitkonzepte sind wohl genetisch verankert ;-)









Ich habe mich dann wie alle Peruaner mit einer gerade erworbenen Zeitung auf den Plaza gesetzt und versucht zu lesen. Die Verkaeufer sind alle, bis auf die Lebensmittelverkaeufer, die auch einheimische versorgen, an mir vorbeigelaufen. Ich war ganz stolz einen langen Artikel selbstaendig entziffert zu haben als sich eine alte Frucht- und Popcornverkauferin neben mich setzt und aufgrund des Bildes auf meiner Zeitung mit mir ueber den Artikel sprechen will. Da war ich dann doch etwas ueberfordert und sie etwas frustriert weil ich so Maulfaul war.

Als ich nach Hause ging sah ich einen Jongleur in einem Clownskostuem auf einer Kreuzung. Immer wenn die Ampel rot wurde ging er auf die Strasse und Jonglierte, sobald die Autofahrer gruen bekammen ging er zu den Fenstern und nahm Kleingeld entgegen. Da sag nochmal einer meine Ideen zur Geldgewinnung seien abwegig!

Morgen ist mein erster Tag in der Schule und ich bin sehr gespannt.
Ich stelle gleich noch ein paar Bilder ein.
Bis Bald
Isa