Dienstag, 8. Dezember 2009

Amantani


Hier noch ein Bericht von Amantani.

Sind am Samstag auf Amantani angekommen und dann auch gleich einen Berg rauf zum Pachatata. Dort haben wir dann ne Weile gehockt und einen ganz tollen Blick gehabt. Man konnte sogar die Schneebedeckten Berge Boliviens sehen. Nach diesem tollen Start waren wir dann beide erstmal 2 Tage krank! Tim hatte das totale Magentilt und ich konnte meinen Rücken kaum bewegen + Hals und Ohrenschmerzen auf einer Seite. So lagen wir dann 2 Tage eigentlich fast nur auf dem Kreuz. Dienstag war dann Auferstehung angesagt und ich konnte auch die ersten Aufnahmen machen. Die Familie, bei der Tim vorher schon mal gewohnt hatte, ist wirklich sehr nett. Pepe und seine Frau Blanca haben 3 Kinder, 2 Mädchen (8) und (6) und einen Jungen (5). Der Kurze hat schon ziemlich zu leiden unter seinen zwei grossen Schwestern. Da wir Pepe so gut wie gar nicht gesehen haben, hatten wir eigentlich nur mit Blanca und den Kids zu tun. Tim hatte mir vorher gesagt er wisse gar nicht genau was deren erste Sprache sei Quechua oder Spanisch und so war ich sehr gespannt, da ich mir nicht richtig vorstellen konnte wie das dann aussehen sollte. Er hatte aber recht. Gleich am ersten Tag fiel mir auf, dass Blanca fast nur Quechua mit den Kindern sprach und diese dann bei den Antworten ständig wechselten zwischen Quechua und Spanisch (manchmal sogar im selben Satz). Pepe hat mir auch erklärt, dass die Erstsprache Quechua ist, sie aber mit den Kindern zwischendurch immer mal Spanisch sprechen, da sie festgestellt haben, dass es sonst Probleme in der Schule gibt. Die Lehrer auf Amantani kommen alle aus Puno und sprechen kein Quechua. Und obwohl es ein Gesetz gibt, dass jede Schule Quechua unterricht haben soll, gibt es nicht ausreichend Lehrer und so haben sie weder unterricht in Quechua noch auf Quechua. Probleme gab es wohl als die älteste eingeschult wurde und sie oft die Anweisungen nicht verstanden hat. Ich habe also sämtlichen Mahlzeiten die wir zusammen hatten aufgenommen und einmal haben wir zusammen Hausaufgaben gemacht und gespielt. Als wir endlich wieder auf den Beinen waren, sind wir dann noch auf dem anderen Berg (Pachamama) gestiegen und beim Abstieg sind wir an einem Fussballplatz vorbeigekommen, auf dem sich eine GruppeTouristen zu Spielen bereit machte. Da gerade Zeit der Klassenfahrten ist, haben wir dann schnell eine Manschaft mit einigen 15- Jährigen Jungs gebildet und erstmal gegen die meist englischen Touristen gespielt. Leider haben wir verloren (Ballverliebtheit in einem bestimmten Alter ist wohl auf der ganzen Welt verbreitet.) Die Einheimischen hatten jedenfalls viel Spass beim zusehen und waren auch ganz verwundert, dass in jeder Mannschaft auch ein Mädel mitgespielt hat. Das scheint wohl nicht so verbreitet zu sein hier. Da es auf Amantani kein wirklich fliessendes Wasser gibt und Strom nur wenn die Familie ein Solarpanel hat ist vieles eben sehr einfach dort. Das macht es aber auch sehr angenehm, da man mal aus dem gewohnten Wahn rauskommt. Zum Baden bin ich dann in den See gestiegen, der gar nicht so kalt war wie ich zunächst angenommen hatte. Zum wirklichen Schwimmen ist es doch etwas schattig, aber zum Baden und Haarewaschen ist es super. Leider war an einem Tag an dem ich mich gerade aus meinen Klamotten gepellt habe (mit Bikini an natürlich) die Horde Schüler auf einem der Felsen, so dass ich dann unter lautem Pfeifen und Jolen der 15-jährigen mein Bad nehmen durfte (grrr)
Wir sind dann auf dem Rückweg nach Juliaca gefahren und von dort aus direkt weiter nach Cusco. Die Stunden in dem Bus habe ich einen Eindruck davon bekommen wie Musik zur Folter werden kann. Wir haben die ganze Zeit(5 Stunden) die gleichen 2 CDs gehört und das waren auch noch Huayno!!! Am Ende wär ich am liebsten aus dem fahrenden Bus gesprungen, da der Fahrer immer wenn ich grade eingeschlafen war die Musik lauter machte aaaah!!! Ich habe mal gehört, dass man in Guantanamo die Häftlinge mit Amerikanischer Musik beschallt hat um sie weich zu kriegen. Hätten die zuständigen Leute Huayno gekannt wäre das sicher schneller gegangen. Als wir in Cusco ankamen waren unsere Zimmer bei Sara schon wieder anderweitig besetzt und wir sind dann in die Hospedaje um die Ecke gezogen, die uns Dominik empfohlen hat. Danach waren wir dann noch eine lang erwartete Pizza essen (von der hatte ich sogar schon geträumt!) und danach in eine Bar mit den anderen und haben in den Geburtstag von Sara reingefeiert.


Ich wohne aber inzwischen wieder bei Sara, denn Matthias ist auf Reisen und ich wohnen nun bei ihm. Tim ist gestern nach Arequipa gefahren und ich bleibe noch bis Sonntag hier und mache mich dann auf richtiung Norden, denn ich würde gerne noch etwas Sonne am Strand tanken, bevor ich wieder ins kalte D. muss.
Lg
Isa

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