Dienstag, 27. Oktober 2009

Salkantay III

So hier ein kuzer Abriss der letzten 3 Tage der Tour.
Tag 3 lauftechnisch nicht so lang vielleicht 6 Stunden. Allerdings immer auf und ab auf Junglewegen. Extrem schoene Aussichten und tolle Pflanzen. Leider habe ich den einheimischen Affen den man wohl manchmal sehen kann nicht gesehen. Es war ziemlich warm, aber auch richtig toll als wir zum Beispiel einen Wasserfall gesehen haben und ein paar Jungs sind dann auch in den Fluss gesprungen. Leider konnte ich da nicht mit, da ich inzwischen riesige Blasen hatte, die ich morgens noch muehevoll verklebt hatte. Nach dem Mittagessen sind wir dann mit einem Buys zum Zeltplatz gebracht worden und dort herrschte absoluter Mosquitoalarm!!! Direkt an einem Bach wurden wir von den kleinen Biestern aufgefressen. Die Anderen sind dann noch in die heissen Quellen gefahren, Robert und ich haben aber die Zeit genutzt um unser Zelt Biesterfrei zu bekommen und meine inzwischen immer groesser werdenden Blasen zu versorgen. Währen wir also im Zelt sassen, kamen 2 Äffchen, so ca. eine Elle gross, und benutzen unser Zelt als Rutsche. Man konnte also immer ihre kleinen Füsse auf dem Zeltdach sehen wenn sie vom Baum auf´s Zelt sprangen um zu rutschen. Sie waren so zahm, dass sie zeitweilig bei einigen von uns auf der Schulter sassen. Abends haben die Köche uns ein richtiges Buffet gemacht und die Mosquitos verschwanden dann auch.
Am 4. Tag hiess es dann, es wuerde ein sehr kurzer Tag mit ca. 6 Stunden laufen. Meine Füsse hatten sich inzwischen an einigen Stellen fast verdoppelt, aber mit der Aussicht auf nur 6 Stunden bin ich dann recht fröhlich losgestiefelt. Nach einiger Zeit kamen wir an Bananenstauden, Papayapflanzen, Limonenpflanzen und und und vorbei. Unser Guide hat uns dann noch zu einem Wasserfall gebracht, wo die Jungs dann alle wild umhergesprungen sind.
Nach den Wasserspielen ging es dann in unglaublicher Hitze weiter, aber der Weg und seine tolle Umgebung hat uns total entschädigt. An der Bahnstrecke nach Macchu Pichu haben wir dann zu Mittag gegessen und dann hiess es nur noch 3 Stunden auf den Bahngleisen bis Aguas Calientes!
Das Problem an dieser Strecke war zum einen die Mosquitos die uns in Schwärmen verfolgt haben, da wir uns genau zwischen Fluss und Wald befanden, und die dafür sorgten, dass wir auf keinen Fall stehen bleiben durften. Zum anderen hatte ich inzwischen unter beiden Füssen riesige Blasen und so dass ich, um nicht auf dem Schotter zwischen den Gleisen gehen zu muessen, auf die einzelnen Holzbretter springen musste. Ich habe dann 4 Stunden gebraucht und mich mit letzter Kraft nach Aguas Calientes geschleppt, während Robert noch locker neben mir her ging. In Aguas Calientes haben wir dann Heide wieder getroffen, die mit dem Zug angekommen war und uns schon erwartet hat. Angeblich soll ich ja was von einem nächsten Urlaub im 5 Sterne Hotel mit Zuganreise gesagt haben. mmmh... Ich kann nur sagen, ich habe selten so lange und ausgiebig geduscht. Abends haben wir dann alle zusammen in einem Restaurant gegessen und unsere Ankunft gefeiert. Robert hat schon mehrere Tage vorher immer wieder angekündigt: "Und wenn wir da ankommen wird nicht gespart!" So gab es Pisco für alle und dann sind wir alle ziemlich erschöpft ins Bett geschlichen. Um 3.30 nachts sind die anderen dann losgelaufen nach M.P. um sich um 6 Uhr ein Ticket für den Waynapichu zu sichern. Bei meinen Füssen war daran gar nicht zu denken, und da mein Interesse daran auch nicht so gross war, haben wir beschlossen morgens in Ruhe zu frühstücken und dann mit dem Bus raufzufahren und in aller Ruhe von Robert eine Tour durch die Ruinen zu bekommen. M.P. ist schon atemberaubend wegen seiner Grösse und des Grades der Erhaltung. Irgendwie hatte diese Reise auch etwas von Pilgern, denn wir kamen uns vor als hätten wir uns diese Stätte und die Irre Aussicht wirklich erarbeitet. Zwischen amüsiert und missgünstig haben wir dann auf all die Leute geschaut, die mit dem Zug angereist sind und meinten sie müssten sich in den Ruinen schminken und bürsten.
Grundsätzlich gilt für diese Tour, falls jemand vor hat diese zu laufen: Ja!!! Es lohnt sich!!! Allerdings besorgt euch gutes Moquitorepellent, anständige Wandersocken!!! Blasen sind ab Tag 2 kein Spass mehr, Sonnencreme und fahrt das letzte Stück zwischen Hydroelectrica und Aguas Calientes mit dem Zug, denn so spannend ist es nicht und bei 3+ Stunden Gleiselaufen kriegt man wirklich einen an der Mappe.
Es war ja meine erste mehrtägige Tour und eines der coolsten Dinge fand ich, dass man sich geistig total erholt. Am ersten Tag schwirren noch 1000 Gedanken zu den Dingen, die einen so die letzten Tag, Wochen... umgetrieben haben durch den Kopf, wenn die alle abgearbeitet sind so irgendwann an Tag 2 hat man ne Menge guter Ideen und später merkt man irgendwann, dass man immer mehr Phasen hat wo man gar nichts gedacht hat und man sein Umfeld auch ganz anders wahrnimmt. Natürlich kämpft man auch immer wieder gegen seinen Schweinehund an und ich hätte mich mehrfach am Tag einfach auf einen Stein werfen und sterben können, aber abends im Zelt und vor allem morgens nach etwas Schlaf ist die Welt so klar wie sonst selten. Ich hänge euch noch ein paar Bilder an.
LG
Isa

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