So nun weitere Berichte aus Peru. Am letzten Samstag war ich mit Kerstin aus der Sprachschule in Sacsayhuaman (bei allen "sexy women" genannt). Es ist eine Inkaanlage über der Stadt. Auf dem Weg den steilen Berg hinauf haben wir einen alten Mann getroffen, der früher Touristenführer in der Anlage war. Er hat angeboten uns gegen eine kleine Gebühr in der Anlage herumzuführen. Wir haben natürlich zugesagt und sind mit ihm in die Anlage geschnauft. Der Weg ist wirklich sehr steil. Dort haben wir dann die beeindruckende Anlage besichtigt, von der leider nur noch 20 % steht. Es gibt in der Anlage auch grosse Tunnel und er hat uns durch einen kleinen geführt was ziemlich gruselig war, da wir zwischendurch schon etwas orientierungslos wurden und der Tunnel immer kleiner und enger wurde. Aber es hat gut geklappt und wir sind später noch einmal alleine dorthin gegangen.
Ausserdem gibt es dort noch extrem glatte Felsen und man geht davon aus, dass das ganze vor ewigen Zeiten mal unter Wasser gestanden hat. Auf den Felsen rutschen heute die Kinder. Daneben gibt es eine art kleines Amphietheater mit einem Inkasitz, den ich natürlich gleich bestiegen habe :-)
Kerstin und ich sind dann noch ca. 1 km weiter zu der Anlage in Quenko gelaufen und haben dort noch weitere Trümmer geguckt. Abends waren wir dann noch in einer Bar in der eine peruanische Band amerikanische Lieder mit lustigem Akzent gesungen hat.
Am nächsten morgen wollten Kerstin und ich eigentlich früh den Bus nach Pisac nehmen um uns dort die riesigen Inka-Anlagen anzusehen, aber ich war morgens nicht gut drauf und hab sie alleine fahren lassen. Eine Stunde später habe ich mir dann überlegt doch zu fahren und bin mit einem Überlandbus nach Pisac gefahren. Ich musste im Bus eine Stunde stehen und da der Fahrer ziemlich verrückt gefahren ist, sind wir ziemlich umhergekugelt. Mir ist glaub ich nur nicht schlecht geworden, weil die Landschaft unglaublich beeindruckend ist. Es gibt ja nichts schöneres als durch die Anden zu fahren - und das mit Karacho ;-)
In Pisac angekommen bin ich mit dem Taxi zur Anlage gefahren und habe mir dort einen Führer genommen. Die Anlage ist das beeindruckendste Inkarelikt, dass ich bisher gesehen habe. Mit Wehr und Wachtürmen und einem Dorf, Terassen und einem Religiösen Zentrum und Wohnräumen für den Inka-König sehr cool. Kam mir im Wechsel vor wie im Herrn der Ringe oder ein Inka oder eine Bergziege, denn man muss dort manchmal ziemlich umherklettern und der Abstieg dauert ca. 40 Minuten und ist voller krumpeliger Treppen aber wunderschön.
Danach war ich noch auf dem Markt und habe einige Empanadas vertilgt. (mmmh) :-)) Nicht zu verwechseln mit den "Rabas Empanadas" aus der Mensa.
Montag war es dann soweit, dem Rat meines Buchhändlers folgend bin ich dann nach der Schule mit Franka die wesentlich besser Spanisch spricht als ich zu Reniec gegangen. Nach ca. 1 Stunde in einer Schlange durfte ich dann zur Nationalbank und dort 17 Soles einzahlen. Danach wieder anstellen in einem anderen Büro. Peruaner sind geduldig. Dort kam ich dann irgendwann zu dem akribischen Mann am Schreibtisch und habe ihn gefragt ob er eine Person suchen kann, sie sei meine Mutter, ich hätte den Namen und sei adoptiert. "Claro" sagt der und ich solle mal dieses Formular ausfüllen. Es könne auch sein, dass es viele mit dem Namen gibt. Während ich also das Formular ausfülle schreibt er schon fleissig in seinem Computer. Dann stockt er und meint so was wie "Ich hab sie, die ist ja gleich!" Ob ich sie kennen würde? Nein! "Sie ist ja gleich! Schauen sie!" Er dreht den Bildschirm und ich starre jemanden an, die schon ziemlich ähnlich aussieht. Also die Verwandtschaft ist eindeutig! Er findet noch ihren Bruder, der in Nazca wohnt und druckt mir das Datenblatt mit Bild aus. Er freut sich riesig und ich bin eigentlich ziemlich geschockt. Es steht eine Adresse in Lima drauf und ich brauche also nicht mehr gross suchen.
Wir sind also raus aus dem Gebäude und erstmal nach Hause. Dort fallen mir Sara und Jessi natürlich gleich um den Hals und Jessi ruft die Auskunft an um die Telefonnummer zu erfahren. Nun habe ich also Nummer und Adresse und nun? Anrufen? Hinfahren? Schreiben? Es folgen Schock, Euphorie und stundenlanges Telefonat mit Oli. Der meint auch ich könne mir den Gentest sparen :-) nun beide geschockt und ab ins Bett.
Heute sieht alles schon ganz anders aus. Ich habe mich entschieden ihr zu schreiben und meine ganze Umgebung hier, zu Hause und in der Sprachschule ist extrem hilfreich. Nun wird es richtig spannend. Ich halte euch auf dem Laufenden.
Bis bald
Isa
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