Donnerstag, 31. Dezember 2009

Und tschüss

So nach ein paar Tagen in und um Lima herum, und einem langen Flug bin ich nun wieder in Deutschland freue mich euch wieder zu sehen.
Einen guten Rutsch in ein neues, gesundes und erfolgreiches Jahr 2010!!!!
LG
Isa

Samstag, 19. Dezember 2009

Abschied aus Cusco

:-(
Ja es ist schon hart. Ich habe nun also meine tolle WG in Cusco verlassen. In den letzten paar Tagen in Cusco waren Alexandra, Uli und ich noch ein paar mal Salsa tanzen und haben im Paddy´s einem Irish Pub unsere letzten Treffen mit den Leuten aus Acupari gehabt. Ansonsten habe ich mit Maritza an den Quechua- Filmen gerödelt, was länger gedauert hat als ich dachte. Dann hiess es Abschied nehmen von Sara, Raisa und Flori sowie Lucky und Chicho und den beiden Maedels. Nach 6 Monaten ist man doch ganz schön zu Hause bei Sara, die das ganze Haus mit all seinen schraegen Bewohnern super managed.
Missmutig am Flughafen angekommen hab ich dann festgestellt, dass ich mir wohl zu recht Sorgen um das Gewicht meines Gepäcks gemacht hatte, denn nur der Rucksack und mein neu erworbener Riesenkoffer hatten 40 Kilo!!! Zudem hatte ich mein Handgepäck und mein Charango! Hammer, mit so viel Gewicht hatte ich nicht gerechnet. Ich werde wohl doch noch das ein oder anderen aussortieren. Bin auch froh schon einiges nach Hause geschickt zu haben.
In Lima angekommen bin ich in eine Hospedaje gezogen, die eine Strasse neben Glorias Haus ist. Ich frage also den Mann ob er ein Zimmer hat. Dieser: "Für den Tag oder für die Nacht?" Ach so, ja also für die Nacht erstmal. Er hat mir dann erklärt, dass sie im 12 Stunden rythmus vermieten. ALso zahle ich für 24 Stunden 20 soles und bleibe erstmal hier. Ist jetzt nicht so hygienisch da, daher schlafe ich im Schlafsack auf dem Bett. Allerdings hat das Zimmer ein eigenes Bad mit manchmal warmem Wasser. mmmh! :-) Leider habe ich wieder irgendwo ein paar Floehe getroffen und so bi ich mal wieder voellig zerbissen. grrrr!
Habe gehört in Deutschland gibt es Schnee! Das kann ich mir im Moment gar nicht vorstellen, denn hier ist es mitte 20 Grad und ekligste Luftfeuchtigkeit.
Ich hocke gerade seit gestern daran den Mac hier ans Laufen zu kriegen, aber musste erstmal einen stabilisator fuer den Strom kaufen. Mit den Stromschwankungen traue ich mich nicht ihn einfach in die Wand zu schieben. Inzwischengibt es hier in der Nähe (1 Stunde) einen Mac laden!
Hoffe in den nächsten Tagen nochmal nach Nasca fahren zu koennen um mich von meinen 1000 Verwandten zu verabschieden. Und dann geht es am 29.12. ab nach Hause.
Wir, die wir hier länger sind, haben festgestellt, dass es sich in Peru super leben lässt, aber dass die ganzen Freunde doch arg fehlen. Und auch wenn Skype einem so manches erleichtert, kann es doch nicht alles übertragen.
Ich freue mich schon riesig natürlich auf meine Freunde und Liebsten und auf ne heisse Wanne, Salat mit leckerer Sosse ;-), auf diverse Cafes,Schnee, mein Bett, Brot welches nicht weiss ist, lustige Arbeit, auf andere Klamotten, das Klavier und die Abwesenheit stechender und beissender Biester.
Was ganz arg fehlen wird sind ganz sicher meine Familie und Freunde in Cusco, die in Lima und Nasca, Chicha Morada, Floris Platanos, "masajes masajes"Rufe, Demonstrationen vor meinem Fenster, Fussball und Kakao im Punchay, die irre Landschaft, Rumalbern mit Matthias, Diskutieren mit Tim,Saras Geschrei "mi novella, mi novella", Tanzen und Paddys mit Uli und Alexandra, Luckys Geheul und das nächtliche Pfeifen des Wachmannes. Ausserdem all die vielen spontanen Verrücktheiten die dieses Land so toll machen.
Jetzt wuensche ich aber erstmal allen eine schoene weisse Weihnachten und denen die ich vorher nicht mehr spreche einen guten Rutsch in 2010
LG
Isa

Dienstag, 8. Dezember 2009

Amantani


Hier noch ein Bericht von Amantani.

Sind am Samstag auf Amantani angekommen und dann auch gleich einen Berg rauf zum Pachatata. Dort haben wir dann ne Weile gehockt und einen ganz tollen Blick gehabt. Man konnte sogar die Schneebedeckten Berge Boliviens sehen. Nach diesem tollen Start waren wir dann beide erstmal 2 Tage krank! Tim hatte das totale Magentilt und ich konnte meinen Rücken kaum bewegen + Hals und Ohrenschmerzen auf einer Seite. So lagen wir dann 2 Tage eigentlich fast nur auf dem Kreuz. Dienstag war dann Auferstehung angesagt und ich konnte auch die ersten Aufnahmen machen. Die Familie, bei der Tim vorher schon mal gewohnt hatte, ist wirklich sehr nett. Pepe und seine Frau Blanca haben 3 Kinder, 2 Mädchen (8) und (6) und einen Jungen (5). Der Kurze hat schon ziemlich zu leiden unter seinen zwei grossen Schwestern. Da wir Pepe so gut wie gar nicht gesehen haben, hatten wir eigentlich nur mit Blanca und den Kids zu tun. Tim hatte mir vorher gesagt er wisse gar nicht genau was deren erste Sprache sei Quechua oder Spanisch und so war ich sehr gespannt, da ich mir nicht richtig vorstellen konnte wie das dann aussehen sollte. Er hatte aber recht. Gleich am ersten Tag fiel mir auf, dass Blanca fast nur Quechua mit den Kindern sprach und diese dann bei den Antworten ständig wechselten zwischen Quechua und Spanisch (manchmal sogar im selben Satz). Pepe hat mir auch erklärt, dass die Erstsprache Quechua ist, sie aber mit den Kindern zwischendurch immer mal Spanisch sprechen, da sie festgestellt haben, dass es sonst Probleme in der Schule gibt. Die Lehrer auf Amantani kommen alle aus Puno und sprechen kein Quechua. Und obwohl es ein Gesetz gibt, dass jede Schule Quechua unterricht haben soll, gibt es nicht ausreichend Lehrer und so haben sie weder unterricht in Quechua noch auf Quechua. Probleme gab es wohl als die älteste eingeschult wurde und sie oft die Anweisungen nicht verstanden hat. Ich habe also sämtlichen Mahlzeiten die wir zusammen hatten aufgenommen und einmal haben wir zusammen Hausaufgaben gemacht und gespielt. Als wir endlich wieder auf den Beinen waren, sind wir dann noch auf dem anderen Berg (Pachamama) gestiegen und beim Abstieg sind wir an einem Fussballplatz vorbeigekommen, auf dem sich eine GruppeTouristen zu Spielen bereit machte. Da gerade Zeit der Klassenfahrten ist, haben wir dann schnell eine Manschaft mit einigen 15- Jährigen Jungs gebildet und erstmal gegen die meist englischen Touristen gespielt. Leider haben wir verloren (Ballverliebtheit in einem bestimmten Alter ist wohl auf der ganzen Welt verbreitet.) Die Einheimischen hatten jedenfalls viel Spass beim zusehen und waren auch ganz verwundert, dass in jeder Mannschaft auch ein Mädel mitgespielt hat. Das scheint wohl nicht so verbreitet zu sein hier. Da es auf Amantani kein wirklich fliessendes Wasser gibt und Strom nur wenn die Familie ein Solarpanel hat ist vieles eben sehr einfach dort. Das macht es aber auch sehr angenehm, da man mal aus dem gewohnten Wahn rauskommt. Zum Baden bin ich dann in den See gestiegen, der gar nicht so kalt war wie ich zunächst angenommen hatte. Zum wirklichen Schwimmen ist es doch etwas schattig, aber zum Baden und Haarewaschen ist es super. Leider war an einem Tag an dem ich mich gerade aus meinen Klamotten gepellt habe (mit Bikini an natürlich) die Horde Schüler auf einem der Felsen, so dass ich dann unter lautem Pfeifen und Jolen der 15-jährigen mein Bad nehmen durfte (grrr)
Wir sind dann auf dem Rückweg nach Juliaca gefahren und von dort aus direkt weiter nach Cusco. Die Stunden in dem Bus habe ich einen Eindruck davon bekommen wie Musik zur Folter werden kann. Wir haben die ganze Zeit(5 Stunden) die gleichen 2 CDs gehört und das waren auch noch Huayno!!! Am Ende wär ich am liebsten aus dem fahrenden Bus gesprungen, da der Fahrer immer wenn ich grade eingeschlafen war die Musik lauter machte aaaah!!! Ich habe mal gehört, dass man in Guantanamo die Häftlinge mit Amerikanischer Musik beschallt hat um sie weich zu kriegen. Hätten die zuständigen Leute Huayno gekannt wäre das sicher schneller gegangen. Als wir in Cusco ankamen waren unsere Zimmer bei Sara schon wieder anderweitig besetzt und wir sind dann in die Hospedaje um die Ecke gezogen, die uns Dominik empfohlen hat. Danach waren wir dann noch eine lang erwartete Pizza essen (von der hatte ich sogar schon geträumt!) und danach in eine Bar mit den anderen und haben in den Geburtstag von Sara reingefeiert.


Ich wohne aber inzwischen wieder bei Sara, denn Matthias ist auf Reisen und ich wohnen nun bei ihm. Tim ist gestern nach Arequipa gefahren und ich bleibe noch bis Sonntag hier und mache mich dann auf richtiung Norden, denn ich würde gerne noch etwas Sonne am Strand tanken, bevor ich wieder ins kalte D. muss.
Lg
Isa

Freitag, 4. Dezember 2009

Her name was Lola...

Hier nun ein Bericht von der Copacabana- und Amantanitour.
Tim ich haben also beschlossen, da er sein Visum eh verlängern musste, nach Bolivien zu fahren und dort ein paar Tage an einem Ort namens Copacabana zu verbringen. Es gibt vermutlich keinen schöneren Weg sein Visum zu verlängern. So sind wir also mit dem Bus zunächst bis zur Grenze, sind dann rüber marschiert und haben unsere Stempel geholt und dann mit dem Bus weiter bis in den Ort gefahren.
Wir haben schnell ein tolles Hostal mit einem Zimmer mit Seeblick bekommen und wohnten wie die Könige. Inkl. Frühstück für unter 5 Euro pro Nacht pro Person. (Das Land gefällt mir!!!) Sind dann zunächst auf einen kleinen Berg gestiegen auf den auch ein Kreuzweg hinaufführt und ich weiss jetzt auch wieso (hechel). Auf dem Berg ist man dann so ca. 4000 s.n.d.m. und man hat eine tolle Aussicht auf die Küste und die anderen Inseln. Dort kann man wirklich gut sitzen!!! (;-))
Haben dann für 3 Tage verlängert. Am nächsten Tag sind wir dann mit einem Boot zur Isla del Sol gefahren wo wir uns am Nordende der Insel haben absetzen lassen und dann ca. 3 Stunden bis zum Südende gelaufen sind. Zwischendurch kann man ganz tolle Inkaruinen begucken und von den Ruinen aus auf den See schauen. Die Landschaft ist eher karg und extrem felsig, hat aber eben tolle Felsfarben. Wir hatten auch super Glück mit dem Wetter, so dass ich mir auf der Wanderung erstmal einen kleinen Sonnenstich geholt hab. Abends haben wir dann noch lecker gegessen und so war der Tag echt perfekt. Eigentlich hatten wir am nächsten Tag mit dem Kajak zur Isla de la Luna fahren wollen, aber die Nacht über hat es wie irre gewittert und so haben wir beschlossen einfach auf einen nahegelegenen Berg zu steigen wo ein sogenannter Inkagalgen steht (eine Felsformation die Tatsächlich so aussieht, aber wohl eher als eine Art Uhr oder Kalender benutzt wurde.) Danach haben wir noch eine Strandwanderung gemacht auf der wir von diversen Hunden begleitet wurden, die extrem froh über nette und stöckchenwerfende Gesellschaft waren und uns zunächst zu einem Stein begleitet haben wo wir alle ne Runde geratzt haben (wir auf dem Stein und das Tier welches bis zum Ende mitgelaufen war unter dem Stein im Schatten). Danach hat es uns dann noch fast bis zum Hostal begleitet haben. Lustig ist, dass in dieser Stadt total viele Aussteiger wohnen, die irgendwelchen handgebastelten Schmuck verkaufen. Die meisten von denen scheinen Spanier zu sein. Ich verstehe ja nicht ganz warum man in einen touristischen Ort aussteigt um dann in dort irgendwas zu stricken, was die Einheimischen vermutlich viel besser können!? Ansonsten war es eher ruhig, denn im Moment sind dort nicht so viele Touristen was uns sehr gelegen kam. Von dort aus sind wir dann mit dem Bus nach Puno gefahren um dann ein Boot nach Amantani zu nehmen, aber davon später mehr.
Ich schmeiss demnächst noch Bilder hier hin.
LG
Isa

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Lares und Paucartambo 2

Ich hatte ja völlig vergessen den Bericht zu Lares und Paucartambo zu schreiben. Hier kommt er also nun. Also eigentlich wollten Tim und ich ja letztens für 3 Tage raften auf dem Apurimac, aber als wir an dem Morgen am verabredet Zeitpunkt auftauchten, wurde uns mitgeteilt, das eine Gruppe die sich angemeldet hatte nicht kommen werde und wir damit zu wenig Leute zum raften seien grrrr! So sind wir dann etwas frustig nach Hause gegangen und haben uns einen neuen Plan ueberlegt. Wir fahren nach Lares in die Baños Thermales! Das haben wir dann auch direkt gemacht und sind am Nachmittag nach ca. 4 Stunden Fahrt dort angekommen. Kurz eine günstige Hospedaje aufgesucht und dann ab in die Bäder. Super!!! Kann ich nur sagen. Es gibt dort 4 Becken in verschiedenen grössen und mit unterschiedlicher Temperatur. Eins davon ist richtig arg heiss und die Landschaft drumherum ist echt ire, da es mitten im Gebirge ist. Man liegt also in heissem Wasser und schaut auf die Berge drumherum. Ab und an kommt ein Kolibri und fliegt an den Blumen herum. Ausserdem gibt es auch eine Steinbank auf die man sich setzen kann und man bekommt das warme Wasser von oben ab. Juhuu!!!! Wir sind dort also ca. 4 Stunden im Wasser geblieben und dann Richtung Hospedaje gegangen. Wir kamen uns vor wie nach der Sauna. Kurz darauf bin ich dann mit Megamigräne in meinen Schlafsack gekrochen und Tim hat sich die Nacht mit seinem Magen um die Ohren gehauen. Eigentlich hatten wir noch vor gehabt zu wandern am nächsten Tag. Am nächsten Morgen haben wir dann um 8 Uhr beschlossen den nächsten Bus nach Cusco zu nehmen, wo wir uns dann erstmal ins Bett gehauen haben.
Der nächste Trip sollte dann nach Paucartambo gehen um dort ein paar Tage in einer Comunidad zu verbringen und Aufnahmen von Quechua zu machen. Wir hatten das ok bekommen bei einer Familie auf dem Grundstück im Zelt zu wohnen und quasi bei denen die Woche mitzulaufen. Als wir nach Paucartambo gefahren sind hat es wie verrückt die ganze Nacht geregnet und am nächsten morgen auch noch. Daher hatten wir beschlossen noch eine Nacht bei Maritzas Eltern in Paucartambo zu verbringen und die Communidad an dem Tag nur zu besuchen und unsere Geschenke dorthin zu bringen, sowie zu schauen wie der erste Kontakt so verläuft. Wir sind dann also mit dem Bus nach Cabracancha gefahren und haben die Familie besucht, die unsere Anlaufstelle sein sollte. Es stellte sich heraus, dass sie etwas abgelegen wohnen, also gar nicht mitten im Dorf wie wir zunächst angenommen hatten. Ein grosser Teil der Familie war auf dem Feld und zwei Frauen haben das Mittagessen zubereitet als wir kamen. Der Kontakt war extrem schwierig, da nur die zwei Kinder (6 und 7 Jahre) auch Spanisch sprachen und ich etwas Probleme hatte auf Quechua genau zu erklären was ich denn nun will. Ich durfte zwar filmen, aber insgesamt gestaltete sich der Kontakt sehr schwierig. Wir sollten eigentlich die ganze Zeit mit den Kindern draussen sein, da im Haus noch aufgeräumt wurde. Nach dem Mittagessen, wo wir dann die ganze Familie kennengelernt haben sind wir dann zum Arbeiten mit auf´s Feld gegangen wo wir den ganzen Nachmittag Steine vom Feld getragen haben. Wir hatten mittags schon nachdem wir gesehen haben, dass unsere Aufgabe wohl darin bestehen würde uns mit den Kindern zu beschäftigen beschlossen unseren Aufenthalt zu verkürzen. Für Tim war es extrem langweilig, da er noch weniger verstehen konnte als ich und es für ihn insgesamt extrem unergiebig war. Die Fahrt zu den Qeros hatte sich auch erledigt, da der Mann vorher schon angekündigt hatte nun doch keine Zeit zu haben und als wir ihn aufsuchen wollten um evtl. einen neuen Termin zu machen, war er nicht aufzufinden. Später haben wir dann erfahren, dass er total betrunken beim Laden von Maritzas Mutter aufgetaucht ist und wir daher auch keine Chance bekommen hätten etwas zu vereinbaren, woran er sich nachher noch erinnert hätte. Wir sind dann am nächsten Tag nach Cusco zurückgefahren und haben beschlossen unser Glück mit Aufnahmen und Co. auf Amantani zu versuchen, wo Tim mal bei einer Quechuasprechenden Familie übernachtet hat.

Dienstag, 10. November 2009

...Jungle all the way...






Hallo Ihr!

Hier nun mein Bericht von der Tour zum Pongo! Also zunächst bin ich in strömendem Regen von Cusco nach Ollantaytambo gefahren, wo mich ein Mann am Plaza de Armas ansprach, er hätte ein billiges Hostal für 15 soles. Ich bin dann mit ihm zu einem Hostal gegangen und es stellte sich heraus, dass er der Onkel der Besitzerin war. Diese beschwerte sich als wir eintraten bitterlich, dass die letzten 2 Touristen die er angeschleppt hatte übelste Ansprüche hätten. “Die wollen Wasser, und dann auch noch warm und möglichst Bad auf dem Zimmer für 15 SOLES!!!! Die spinnen ja wohl!” Ich habe dann beschlossen, meinen geheimen Wunsch nach einer warmen Dusche am Morgen auch weiterhin geheim zu halten und habe brav mein Zimmer bezogen. Der “nette Onkel ;-)” hat mich dann noch in sein Restaurant gelockt unter wilden Versprechungen was er mir alles kochen werde. Hat er auch (mmmh!). Ich habe mir dann abends noch die Stadt angeschaut und bin am nächsten Morgen um 8 Uhr zu den Ruinen raufgegangen. Ich war eine der ersten Besucher und so konnte ich überall hin, da noch nichts abgesperrt war. Das war sehr interessant und ich habe dann noch eine kleine Wanderung auf einen Berg gemacht und mich dann noch eine Stunde dort zu einer Inka-Sonnenuhr gesetzt. Das war superschön keine Touristen, Sonne und nur ein paar Vögel.

Mittags habe ich mich dann mit Tim getroffen, der aus Aguas Calientes kam und wir sind dann zusammen nach Quillabamba gefahren, wo uns Matthias schon erwartet hat. Quillabamba ist eine sehr schöne kleine Stadt mit ca. 25.000 Einwohnern und es ist dort immer Sommer. Wir haben dann zusammen ein Hostelzimmer bewohnt was ganz lustig war. Am nächten Tag sind wir dann mit dem Bus nach Kiteni gefahren, was noch viel lustiger wurde. Es war natürlich ein Bus mit dem auch die Landbevölkerung fährt. Nach einer Weile stoppte der Bus dann abrupt und ein Mann rief etwas, so dass einige Männer des Busses rausrannten und sich Steine schnappten. Es war wohl eine riesige Schlange, über die der Busfahrer nicht fahren wollte. Einige Zeit später stoppten wir dann wieder plötzlich. Diesmal war ein riesiger Baum auf die Strasse gefallen und so mussten erst einige Männer in ein etwas entferntes Dorf laufen und dort Motorsägen besorgen. Wir hatten also etwas Wartezeit und so unterhielt man sich dann mit seinen umliegenden Sitznachbarn. Zwei Kinder hatten schon eine ganze Weile mit etwas gespielt was ich nicht erkennen konnte und es stellte sich heraus, dass es ein totes Meerschweinchen war. Ein lebendes hatten sie noch in einer Tasche. Hinter uns sass noch jemand mit ca. 20 Küken, die hektisch fiepten und vorne an der Tür sass eine alte Frau mit 1000 Röcken wie die Frauen auf dem Land sie hier tragen. Diese Frau musste nun also wohl irgendwann auf´s Klo und da sie nicht aus dem stehenden Bus aussteigen wollte hat sie dann kurzerhand in eine Kanne gepinkelt, die sie dann mit Schwung aus der Bustür ausleerte. Gott sei Dank ging grad niemand vorbei. Nach einer Weile ging es dann weiter und wir kamen abends in Kiteni an, wo wir auch recht schnell ein billiges Hostel fanden. Das Bett war allerdings etwas gewöhnungsbedürftig und so war ich froh, dass ich meinen Schlafsack mit hatte. Morgens sind wir dann von den ganzen Arbeitern die im Hostel wohnten, durch die unglaublichsten Geräusche geweckt worden. Also schnell den nächsten Bus und weiter nach Ivochote. Dort haben wir dann uns dann noch das Dorf angesehen, welches sehr klein ist und eben das letzte Dorf vorm Wald ;-) Es ist sehr ruhig dort und wir haben uns noch eine Weile an den Fluss gesetzt und mit einem Guide vereinbart, dass er mit uns für 500 soles in einem Boot in den Jungle zum Pongo de Mainique fährt und wir dort übernachten und am nächsten morgen zurückfahren. Die Fahrt am nächsten morgen war wirklich toll. Am Pongo ragen riesige Klippen hunderte von Metern in die Hóhe und es gibt eine Vielzahl von Wasserfällen. Die Geräusche der Vögel sind echt abgefahren und da dort der Anfang der Bajaselva ist wird der Wald dort immer dichter. Kurze Zeit hinter den Wasserfällen haben wir dann angehalten und unser Guide hat uns einen Mann vorgestellt, der dort mitten im Gestrüpp neben einer kleinen Station wo sie Gas suchen wohnt. Der Mann war extrem freundlich und hat uns gleich seinen Topf zum kochen geliehen und angeboten, dass Matthias und die Guides bei ihm unter dem Dach schlafen können. Tim und ich hatten uns mein kleines Zelt aufgebaut. Es fing dann so arg an zu Regnen, dass wir uns schon fragten ob es nach Forrest Gumpscher Manier nun Monate durchregnen würde. Hat es aber nicht und so haben wir den Mann dazu bekommen, dass er uns eine Tour durch den Urwald gibt. Wir sind dann ca.2 ½ Stunden durch den Urwald gelaufen, was sehr interessant war, denn dort haben wir einige Vögel beobachtet, kleine Affen in einem Baum herumspringen sehen, und eine Schildkröte getroffen. Unser Führer hat sich dann noch kurzzeitig verlaufen, aber bald seinen Weg wieder gefunden. Danach hat es wieder ziemlich geregnet, was uns aber nicht weiter gestört hat, denn wir haben erstmal lecker gekocht und gegessen, immer begleitet von den Hühnern, die bei dem Mann leben. Am nächsten Morgen sind wir dann recht früh losgefahren um den Bus um 10.30 von Ivochote nach Quillabamba zu nehmen. Was wir nicht wissen konnten war, dass der riesige Reisebus erst 6 Passagiere hatte und daher die zuständige Frau beschlossen hatte zu warten bis mehr Passagiere kommen würden. Da wir aber fast die einzigen Touristen in dem Ort waren, standen die Chancen extrem schlecht. Um ca. 12 Uhr haben wir dann noch einmal gefragt wann wir denn nun fahren und dann sagte und ein Mann der Bus fährt “ahorita”(jetzt) auf die Frage was das zeitlich genau bedeutet meinte er dann “hoy dia” (heute). Das ging uns dann doch zu langsam und als ein Kollektivo ankam und ankündigte um 1 Uhr zu fahren haben wir dann mit der Frau gekämpft, dass sie uns die Tickets wieder umtauscht. Das war schon ein kleines Drama, da sie sich zunächst weigerte, aber letztlich doch aufgab. Um ca. halb 2 sind wir dann losgefahren und nach langer Reise am übernächsten Tag in Cusco angekommen. Bald geht es aber auch schon zu den Qéros und ich freue mich schon riesig drauf.

Ich stelle nachher noch einige Photos ein.

Bis bald

Isa

Sonntag, 8. November 2009

Nachtrag Paucartambo



Ich war an einem der letzten Wochenenden mit Tim (einem meiner Mitbewohner) und Maritza (meiner Quechualehrerin) in Paucartambo. Das ist ein Dorf ziemlich auf dem Land und dort wohnen ihre Eltern. Die Fahrt dorthin begann etwas hektisch, denn ich hatte mir den Zeitpunkt irgendwie falsch gemerkt. Es war aber im Nachhinein kein Problem, da die Busse hier immer etwas später fahren als angekündigt. Und so standen wir dann auch wegen Strassenarbeiten ca. 1 Stunde später für 1 1/2 Stunden in der Gegend herum. Die Fahrt war lang und rumpelig und ich war froh, dass es recht bald dunkel wurde damit ich den Abgrund neben mir nicht die ganze Zeit sehen musste. Der Busfahrer hat offenbar keine Hemmungen genau auf der Kante zu fahren. (Hatte ich erwähnt, dass SU eigentlich gar nicht so schlimm fährt!?)
In Paucartambo angekommen sah es da aus wie Dresden '45, denn alle Strassen des Dorfes waren aufgerissen und der Schutt türmte sich an den Hauswänden. Es werden neue Wasserleitungen verlegt. Maritza hat davon erstmal 1000 Fotos gemacht, wie sie auch sonst alles geknipst hat was sich nicht gewehrt hat. Wir haben dann bei Maritzas Eltern, die sehr freundlich waren, übernachtet.
Wir haben dann 2 Comunidades besucht. Bei der ersten waren aber fast alle ausgeflogen, da sich die Männer zu einer Versammlung getroffen haben um sich Gedanken um Wasserbeschaffung zu machen. Es hat dort seit Ewigkeiten nicht geregnet und die Tiere sind ganz dürr und die Felder sehen nicht so aus als würden sie allzubald viel abwerfen. Die Frauen waren unterwegs um mit dem Staat wegen der Hilfsgüter zu verhandeln. Die Dörfer kriegen einmal im Monat etwas Essen gespendet. Bei der 2. Comunidad (also die Felder direkt angrenzend) haben wir dann einige Frauen getroffen die zusammen in so etwas wie einem Gewächshaus Tomaten u.ä. angeplanzt haben. Sie bekommen auch einige Pflanzen vom Staat gespondert. (80 Familien ca. 15 Tomatenpflanzen) Wir haben dann geholfen beim Einpflanzen und wurden dann zum Essen eingeladen.
Wie dem auch sei, Tim und ich haben dann angefragt ob es möglich waere eine Woche dort zu wohnen und quasi mitzulaufen. Sie haben das dem Dorf vorgetragen und wir haben Sonntag die Genehmigung gekriegt. Sie waren am Samstag sehr begeistert von unseren Fotokameras und
wir mussten 100 Bilder von ihnen und den Tomaten machen :-) Filmen scheint ihnen allerdings sehr unnatürlich und etwas seltsam. Ich hoffe wenn ich da bin, kann ich sie nach ein paar Tagen davon überzeugen dass das schon ok geht. Sie sind grundsätzlich sehr nett, aber auch in Sachen Technik etwas misstrauisch. Hoffe das durch persönlichen Kontakt zu beheben.
Tim und ich werden also ab dem 20. Nov. dort im Zelt auf dem Gelände wohnen und die Woche mit denen verbringen.
Die 2. gute Nachricht ist, dass wir einen Typen (Victor) kennengelernt haben, der uns zu den Qéros führen kann und dort einige Leute kennt. Wir fahren also am 14 Nov. zu den Qéros! Die
Reise ist wohl nicht ganz so einfach, wir werden einiges mit dem Motorad fahren müssen, dann auf dem Pferd weiter und danach zu Fuss. Es gibt halt keine Strasse. Die Qéros die er kennt wohnen ungefähr auf 4000+ Metern und es wird vermutlich knackig kalt werden. Es ist wohl sehr schwierig ohne einen Guide dorthin zu kommen, da man als Fremder dort nicht einfach aufgenommen wird. Victor nimmt sich also Urlaub um 4 Tage mit uns dorthin zu fahren.
1 Tag hin, 2 Tage dort, 1 Tag zurück. Wir hoffen dort entsprechende Kontakte machen zu koennen um vielleicht auch dort nocheinmal für länger hinzukommen. Ich hoffe bloss, dass ich wenigstens in einer Comunidad ausreichend Material sammeln darf. Insgesamt ist dass eine gute Kombination mit Tim, denn sie sind sehr beeindruckt wenn sie hören, dass er Paco ist und er sein Equipment vorzeigen kann. Sie waren sogar so beeindruckt, dass sie von ihm wissen wollten, ob es bald Regen geben wird, oder der Junge, der uns begleitet hat in der Universität aufgenommen wird, oder ob der Sohn einer Frau Erfolg haben wird bei der Goldsuche.
Sehr witzig sind auch die Essensgewohnheiten in Paucartambo. Maritza hatte uns vorher erklärt, dass man auf dem Land auf keinen Fall Essen ablehnt und immer seinen Teller leer ist. (Oliiiii!!!) So weit zu den Regeln. Witzig wurde es aber als Maritza glaubt ihren Eltern nicht erklären zu können, dass Tim Vegetarier ist. Als es am ersten Tag eine Suppe mit Fleisch gab und Ms Mutter im Raum war hat Maritza ihm also einen Teller voll Suppe hingestellt und sobald ihre Mutter aus dem Zimmer war die Suppe in den Topf zurückgekippt. Er hätte also in einer Minute gegessen haben sollen. Wir haben da schon sehr verdutzt dreingeschaut. Besser wurde es noch als es am nächsten Tag Frühstück gab. Die Eltern hatten ein Schwein geschlachtet und gebraten. Diese lag nun zwar ohne Kopf, aber sonst ziemlich komplett auf einem Blech und sollte zusammen mit Kartoffeln morgens verspeist werden. Als Tim nun seine Portion bekommen sollte hat Maritza dann ihren Eltern erklärt, dass er davon krank würde, Koliken bekomme und sterben könne. "Wow!" war die Antwort des Vaters und die Mutter war sehr besorgt was er denn essen könne und wie er sonst überlebe. Ihr könnt euch sicher vorstellen wie energisch ich an meinem Schwein geknabbert habe um nicht loszubrüllen.
Bald kommt noch mein Bericht von einer Tour in den Urwald.
LG
Isa